Bärbels kunterbunte Welt

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Tag: Kellerphobie

Gefangen

Beklemmung steigt hoch, irrsinniges Herzklopfen. Angst. Angst, die mich nicht weglaufen lässt, sondern lähmt.

Meine Augen , hätte ich einen Spiegel und könnte ich sehen, scheinen schrecklich schreckhaft geweitet. Sie versuchen, in der Dunkelheit irgendetwas zu erkennen. Schemen, Schatten. Oder doch lieber nicht?

Schauder, ein Schauder überm Rücken, Gänsehaut, aber kalte. Gruselkalt. Bitte Mama, weck mich, lass es nur einen Gruseltraum sein, bitte!

Mhmmmmh, keiner weckt mich, Schreck lass nach. Alles echt.

Ich stehe im Dustern im Keller unserer achtstöckigen Wohnanlage.

Am Anfang alles in Ordnung.

Ich bringe mein Fahrrad wie immer am Ende des Spieltages in den Keller. Schließe die Stahltür auf, grabbele rechts um den Türrahmen rum nach dem Lichtschalter, klick. Dann befestige ich die Stahltür und schiebe ganz weit nach hinten zu unserem Keller, erst rechts rum, 20 Schritte laufen, dann links rum, 30 Schritte laufen. Sackgasse, Holztür, Schloss, Schlüssel, aufgemacht, reingeschoben und--- plumps, höre ich die Kellertür ins Schloss fallen, zweimal rumgedreht, eingeschlossen.

Hallo, was war denn das für ein Scherzkeks? Aber wenigstens hat er das Licht angelassen. Dummdödel, dieser, bestimmt der Junge aus dem 6. Stock, dessen Schwester in meine Parallelklasse geht, wir mögen uns nicht.

Naja, noch schnell den Reifen aufgepumpt.

Wutsch, jetzt ist das Licht aus...

Grusel...warum jetzt? Die Tür vorne wurde doch abgeschlossen?

Klatsch, die Verbindungstür zum Nachbarhaus fällt ins Schloss. Diese ist ganz in der Nähe bei mir...vielleicht 10 Schritte geradeaus und 15 linksherum.

Da muss jemand diese leise geöffnet haben und dann auch rechts rum nach diesem Lichtschalter gegrabbelt haben. Und das Licht ausgemacht haben.

Auweia, die Tür hörte ich ja ins Schloss fallen, steht jetzt da jemand auf meiner Seite des Kellers oder lauert er hinter der Tür, wartet, bis ich da bin , um den Lichtschalter zu betätigen? Stößt dann die Tür auf, um mich zu erschrecken? Nur um mir einen Schrecken einzujagen? Warum, warum?

Oder lauert er und horcht darauf, ob ich mich auf den Weg zum Lichtschalter mache?

Oder schleicht jemand sich langsam an mich ran? Das würde dann bedeuten, dass er wüsste, wo ich bin. Er müsste mich vorher gesehen haben.

Warum?

Will mich da einer meucheln? Weg, weg mit dem Gedanken! Was will er aber? Warum so ein Scheiß-Spiel!?

Spiel, nur ein Spiel: ich gestatte mir ein erleichtertes Auf- und Ausatmen, aber nur kurz, denn gleich greift die Angst mir wieder in den Nacken.

Hallo, kann mal Jemand in den Keller kommen? Vorne die Stahltür aufschließen und Licht anmachen?

Bittebitte.. Mein Herz pocht, mein Herz hofft.

Ein Kloß bildet sich im Hals. Nur nicht heulen, dann hört mich dieser Jemand, der, der das "Spiel" spielt. Und ich höre durchs Heulen nichts mehr. Aller Sinne bearubt. Beim Heulen kann ich auch nichts riechen. Riechen, ob sich mir einer nähert, der vielleicht stinkt.

Eingeschlossen ist schon schlimm, im Dunkeln aber unerträglich. Ohjeeee, es läuft nass an meinen Beinen runter. Aber es ist warm, es nimmt einen Teil der Eiseskälte mit. Habe ich doch mitten im Stehen in den Keller gepuscht.

Ich stehe und lausche. Langsam wird es aber kalt zwischen den Beinen, als schlägt da jetzt auch die Eiseskälte zu.

Falls mich einer vergewaltigen will, dann lässt der sicher ab von mir, wenn der merkt, dass ich eingepullert habe.

Langsam fühle ich mich erleichtert. Bis jetzt konnte ich nichts Fremdes wahrnehmen, kein Atmen hören, kein Vorwärtsschleichen erahnen. Nichts Verdächtiges erschnuppern.

Ich schiebe mich jetzt vor, denn lauert da einer auf mich, dann ist er bald eh bei mir. 10 Schritte immer an der linken Wand lang; ah, ich fühle die Ecke.

Angst habe ich, dass ich nicht die raue Wand ertaste, sondern was Anderes. Nein, nicht an so Etwas denken.

Rum um die Ecke. Keine Wand mehr, weil ein Gang kommt, ganz links sind noch Kellerverschläge. Da gibt es aber nicht einen Lichtschalter.

Ich taste mit den Füßen weiter vorwärts. Rumms, Kellertür links. Jetzt etwas nach rechts und geradeaus. Noch 15 Schritte ungefähr trennen mich vom Lichtschalter und von der Durchgangstür und von???

Nein, da wird nix sein!

Weiter. Rumms, Wand. Weiter taste ich mich an der Wand lang bis zum Lichtschalter. Ich taste nach ihm, nichts schiebt sich dazwischen.

Erleichterung; ich könnte fast vor Freude heulen. Nein, nicht. Dann sehe ich nichts mehr. Trage doch ´ne Brille. So, ich muss es wissen. Ich reiße die Tür auf. Nichts. Ich mache drüben Licht. Licht im Keller des anderen Hauses. Nichts.

Jetzt höre ich jemanden rennen und gleichzeitig wird Gott-sei-Dank auch vorne bei mir die Kellertür aufgeschlossen.

Ich lasse Licht im Nachbarhaus, lasse die Tür zufallen und renne. Renne wie blöd auf meine Ausgangstür zu.

Unser Nachbar aus dem 4. Stock bekommt einen Schreck, wie ich aus dem bereits hellen Keller auf ihn zuhetze. Dabei hat er doch noch gar nicht den Lichtschalter gedrückt!

Der muss sich wundern. Sicher denkt er, dass ich spinne. Dass ich im abgeschlossenen Keller meine Zeit verbringe.

Egal. Im Fahrstuhl fange ich an zu juchzen und zu schluchzen. Zum Teil mag ich lachen, aber der überstandene Schreck lässt die Tränen jetzt zu. Nichts ist mir passiert!

Und das soll auch so bleiben. Deshalb verabrede ich mit meiner Mutter, dass sie immer guckt und wartet, wenn ich ab jetzt in den Keller muss.

Aber Mutter hat selber vor Kellern Angst, so dass ich ab jetzt immer klingele und Mutter dann im Treppenhaus im 4. Stock steht und runterschaut. Bevor ich durch die Tür unten trete, rufe ich immer nochmal zu ihr hoch. So hoffe ich, dass ein potentieller Täter von mir ablässt! Und wenn ich wieder rauskomme, wohlbehalten, läuft mir vor Erleichterung immer ein Schauer den Rücken runter und ich werfe ganz schnell die Tür zu und schließe rasch ab.
------
Auf ewig gefangen in der Angst vorm Keller....

© Bärbel Giessmann

Bärbel 24.03.2009, 19.23 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Bärbels kunterbunte Welt

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In diesem Buch sind Gedichte

zum Thema Sommer von mir

erschienen. Bestellbar bei mir

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Liebe Bärbel,du hast enorme Fortschritte gema
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dieses bild ist spitzenmäßig, wie kommt es, d
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Hier ist es gut das du nicht so sehr ins Deta
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Ein super Bild! Ich überlege, es zu kaufen...
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Hallo Bärbel, du hast in gutes Auge für Propo
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Hallo Bärbel, deine Zeichnungen sind großarti
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Ich mag deine Bilder.... Ich hab sie lieber
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Ja, ich erkenne es.... es sieht alles sehr gu
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Liebe Bärbel G.,das schöne Gedicht von der Da
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Margrit
Hallo Bärbel,
Deine Bilder UND die Gedichte finde ich klasse! Vielleicht schickst Du mal einen Beitrag an www.tiergeschichten.de!
Frdl. Gruß!
Margrit :)
13.4.2012-18:58
Ferdinand
Hallo Bärbel, endlich komme ich dazu den versprochenen Eintrag nachzu holen. Also noch einmal, sehr schöne und unterhaltsame Seite. Ich werde Dich öfter besuchen kommen.
Liebe Grüße, Ferdinand
15.11.2011-17:31
michael
der bär sieht echt niedlich aus, freundlich und lacht
4.2.2011-16:57
Tabitha&Robert
Alles Gute zum Geburtstag! :)
28.1.2011-10:53
Monika
Lasse mal eben ganz liebe Grüße da und teile mit, dass die Mail noch beantwortet wird.Hab` einen schönen Tag! Monika :)
6.9.2010-15:55
Marion
Hallo Bärbel,du hast eine tolle Seite, die man sich immer wieder gerne ansieht u nd sofort gute Laune bekommt.Mach weiter so.
LG Marion
24.1.2010-18:34
Name Marion
Text
Hallo Bärbel,du hast eine tolle Seite, die man sich immer wieder gerne ansieht u nd sofort gute Laune bekommt.Mach weiter so.
LG Marion http://www.mariongre.de/40655.html :)
24.1.2010-17:38
Rici
Sie handarbeitet, sie schreibt und symphatisch ist sie auch noch. ;) Liebe Bärbel ich lasse dir mal ganz ganz liebe Grüße hier. Grüße mir Berlin schön!! Beste Grüße Rici
8.6.2009-22:07
Achim
Hübscher Platz hier , schöne GRüße von Berlin nach Berlin :ok:
14.5.2009-21:54
Carol
Hallochen Bärbel,
ich wollte dir liebe Grüßlis dalassen und freue mich bald wieder von dir zu lesen.
Herzlichst ...

Carol
30.4.2009-16:57